Veröffentlicht am Mai 21, 2024

Das „Schottergarten-Verbot“ sorgt für Unsicherheit, doch die Lösung liegt nicht im Verzicht auf Kies, sondern in seiner korrekten, lebendigen Anwendung.

  • Illegale Schottergärten versiegeln den Boden (oft durch ein Vlies), sind artenfeindlich und entgegen dem Mythos sehr pflegeintensiv.
  • Rechtssichere Kiesgärten sind hingegen bepflanzt, wasserdurchlässig und werden durch die richtige Gestaltung zu einem wertvollen Lebensraum.

Empfehlung: Setzen Sie auf eine Kombination aus standortgerechten Stauden und mineralischem Mulch ohne Vlies, um eine moderne Ästhetik und vollständige Legalität zu vereinen.

Die Nachricht vom „Schottergarten-Verbot“ versetzt viele Gartenbesitzer in Deutschland in Aufruhr. Drohen nun hohe Bussgelder oder gar eine Rückbaupflicht für die mühsam angelegte Kiesfläche? Die Sorge ist verständlich, doch die Panik ist oft unbegründet. Das Kernproblem ist nicht der Kies an sich, sondern die Art und Weise seiner Verwendung. Die meisten Landesbauordnungen schreiben vor, dass nicht überbaute Grundstücksflächen wasseraufnahmefähig bleiben und begrünt werden müssen. Ein „toter Schottergarten“, der unter einer dicken Kiesschicht und einem Unkrautvlies den Boden versiegelt, verstösst genau dagegen.

Die gängige Meinung, solche Flächen seien pflegeleicht, ist ein weit verbreiteter Irrtum, der oft zu unerwartet hohem Aufwand und rechtlichen Problemen führt. Doch es gibt einen Weg, die klare, moderne Ästhetik von Kies zu nutzen, ohne gegen das Gesetz zu verstossen oder eine leblose Wüste zu schaffen. Der Schlüssel liegt in der Transformation der Idee: weg vom toten Schottergarten, hin zum lebendigen Kiesgarten. Hier wird Kies nicht als Versiegelungsmaterial, sondern als mineralischer Mulch in einem bepflanzten, ökologisch wertvollen System verwendet. Dieser Ansatz erfüllt nicht nur die rechtlichen Anforderungen an die Versickerungsoffenheit, sondern schafft auch robuste und ästhetisch ansprechende Gärten, die dem Klimawandel trotzen.

Dieser Artikel ist Ihr rechtssicherer Kompass. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die typischen Fehler vermeiden, die eine Kiesfläche illegal machen, und wie Sie stattdessen durchdachte, langlebige und gesetzeskonforme Gartenbereiche mit Kies gestalten. Von der richtigen Materialauswahl über die Integration von Pflanzen bis hin zu den besten Pflegemethoden – Sie erhalten das nötige Wissen, um eine funktionale Ästhetik zu schaffen, die Mensch und Natur gleichermassen erfreut.

Um Ihnen einen klaren Überblick über die rechtssichere und ästhetische Gestaltung von Kiesflächen zu geben, haben wir die wichtigsten Aspekte für Sie strukturiert. Der folgende Leitfaden beantwortet die dringendsten Fragen und zeigt praktische Lösungen auf.

Kies oder Splitt: Welches Material ist angenehmer für Barfussläufer am Pool?

Die Wahl zwischen Kies und Splitt ist für Bereiche, in denen man barfuss läuft, mehr als nur eine Frage der Optik – es ist eine Entscheidung für den Komfort. Der entscheidende Unterschied liegt in der Form der Steine. Während Splitt bruchkantig und scharf ist, besteht Kies aus natürlich gerundeten Steinen, die durch die Bewegung in Flüssen und Gewässern ihre weiche Form erhalten haben. Für Poolumrandungen, Barfusspfade oder Sitzplätze ist daher runder Flusskies die eindeutig bessere Wahl. Er fühlt sich angenehm unter den Füssen an und minimiert das Verletzungsrisiko.

Auch die Korngrösse spielt eine wesentliche Rolle. Zu kleine Steine (unter 8 mm) bleiben leicht in Schuhprofilen und zwischen den Zehen hängen, während zu grosse Steine das Gehen instabil machen können. Für Barfussbereiche ist eine Körnung von 16 bis 32 Millimetern optimal, da sie eine stabile und gleichzeitig komfortable Oberfläche bildet. Bei der Farbe sollten helle Materialien wie weisser oder beiger Marmorkies bevorzugt werden. Sie heizen sich in der prallen Sonne deutlich weniger auf als dunkler Basalt oder Schiefer und sorgen so auch an heissen Sommertagen für ein angenehmes Gefühl.

Letztlich ist die Auswahl des richtigen Materials der erste Schritt zu einer gelungenen, funktionalen Ästhetik, bei der die Nutzung und das Wohlbefinden im Vordergrund stehen. Ein gut gewählter Kies ist nicht nur schön, sondern auch eine Wohltat für die Füsse.

Warum wächst Unkraut nach 3 Jahren trotzdem durch das dickste Vlies?

Es ist die grösste Enttäuschung für Besitzer von vermeintlich pflegeleichten Schottergärten: Nach wenigen Jahren spriesst das Unkraut trotz eines teuren, dicken Unkrautvlieses. Der Grund dafür ist ein biologischer Prozess, der oft übersehen wird. Das Vlies verhindert zwar zunächst das Wachstum von unten, doch es kann die Ansammlung von organischem Material von oben nicht stoppen. Wind trägt Samen, Staub und Blätter auf die Kiesfläche. Dieses Material zersetzt sich langsam zwischen den Steinen und bildet eine dünne, aber nährstoffreiche Humusschicht – direkt auf dem Vlies.

Diese neue Humusschicht ist der ideale Nährboden für anspruchslose Pionierpflanzen wie Löwenzahn, Gräser oder Birken-Sämlinge. Ihre Samen landen auf der Fläche, keimen im angesammelten organischen Material und schlagen ihre Wurzeln nach unten. Das Vlies wird so zur Falle: Die Wurzeln durchdringen es oder wachsen fest hinein, was das Jäten extrem erschwert. Man reisst die Pflanzen nur oberflächlich ab, während die Wurzeln im Vlies verbleiben und erneut austreiben.

Nahaufnahme von Unkraut, das durch eine Kiesschicht wächst und die Wirkungslosigkeit von Vlies demonstriert

Rechtlich gesehen ist das Vlies sogar der Hauptgrund, warum viele Schottergärten illegal sind. Wie der NABU betont, laufen Schottergärten, insbesondere mit Vliesunterlage, den Bauordnungen zuwider, da sie die geforderte Wasserdurchlässigkeit des Bodens massiv einschränken. Andrea Wegner von der Verbraucherzentrale NRW fasst das Dilemma treffend zusammen:

Das Vlies schafft ein Problem, für das es keine legale Lösung gibt.

– Andrea Wegner, Verbraucherzentrale NRW – Projekt ‚Mehr Grün am Haus‘

Die fachgerechte und legale Lösung ist daher der vollständige Verzicht auf Vlies und stattdessen eine ausreichende Schütthöhe des Kieses (mind. 8-10 cm) auf unversiegeltem Boden, kombiniert mit einer gezielten Bepflanzung.

Wie bekommen Sie weissen Carrara-Kies wieder sauber, wenn er vergrünt ist?

Weisser Carrara-Kies ist ein Symbol für Eleganz, doch sein Glanz kann schnell verblassen. In schattigen, feuchten Lagen bildet sich oft ein grüner Belag aus Algen und Moosen, der die edle Optik zerstört. Die reflexartige Antwort vieler Gartenbesitzer – der Griff zu Salz, Essig oder Herbiziden – ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern in Deutschland auf versiegelten und teilversiegelten Flächen wie Kieswegen oder -auffahrten nach dem Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) streng verboten. Verstösse können mit hohen Bussgeldern geahndet werden.

Die gute Nachricht ist, dass es effektive und legale Methoden gibt, um den Kies zu reinigen. Die einfachste und umweltfreundlichste Methode ist die Anwendung von heissem Wasser. Das Abbrühen der Steine mit kochendem Wasser zerstört die Zellstruktur der Algen. Eine weitere bewährte Methode ist eine Lösung aus Soda (Natriumcarbonat). In Wasser aufgelöst und auf die Fläche aufgebracht, wirkt sie stark alkalisch und bekämpft den grünen Belag effektiv. Nach einer Einwirkzeit kann die Fläche mit einem harten Besen oder einer Bürste geschrubbt und anschliessend mit klarem Wasser abgespült werden.

Allerdings ist diese Reinigung aufwändig und muss regelmässig wiederholt werden. Experten weisen darauf hin, dass weisser Kies alle zwei bis drei Jahre komplett gereinigt werden muss, was oft bedeutet, die Steine abzutragen, zu waschen und neu zu verteilen. Dies widerlegt den Mythos des „pflegeleichten“ Schottergartens endgültig. Eine standortgerechte Planung, die schattige und feuchte Bereiche für solche Materialien meidet, ist der beste Weg, um diesen Aufwand von vornherein zu minimieren.

Die folgende Tabelle fasst die in Deutschland erlaubten und verbotenen Reinigungsmethoden zusammen:

Erlaubte vs. verbotene Reinigungsmethoden in Deutschland
Methode Legal in Deutschland Effektivität
Heisses Wasser ✓ Erlaubt Mittel
Soda-Lösung ✓ Erlaubt Gut bei Algen
Abflammen ✓ Erlaubt Kurzfristig
Salz/Essigessenz ✗ Verboten (PflSchG)
Herbizide ✗ Verboten auf versiegelten Flächen

Wie integrieren Sie Stauden in Kiesflächen, damit es kein toter Schottergarten ist?

Die Integration von Pflanzen ist der entscheidende Schritt, um eine leblose Kieswüste in einen legalen und ökologisch wertvollen Kiesgarten zu verwandeln. Der Gesetzgeber gibt hier oft klare Vorgaben: Um als Grünfläche zu gelten, fordern viele deutsche Kommunen, dass mindestens 60 Prozent der Fläche von Pflanzen bedeckt sein müssen. Dies ist keine Schikane, sondern sichert die ökologischen Funktionen des Bodens wie Wasserspeicherung und Lebensraum für Insekten.

Die Umsetzung ist einfacher als gedacht und folgt dem Vorbild natürlicher Steppen- oder Prärielandschaften. Anstatt ein Vlies zu verwenden, wird der Boden vorbereitet und direkt bepflanzt. Erst danach wird eine 8-10 cm dicke Schicht aus mineralischem Mulch (Kies oder Splitt) um die Pflanzen herum aufgebracht. Diese Mulchschicht unterdrückt die meisten Unkräuter, speichert Feuchtigkeit im Boden und schützt die Wurzeln vor extremen Temperaturen. Entscheidend ist die Auswahl standortgerechter, trockenheitstoleranter Stauden, die mit den kargen Bedingungen zurechtkommen.

Für Gartenbesitzer, die einen bestehenden, illegalen Schottergarten umgestalten müssen, ist der Rückbau der erste notwendige Schritt. Dies mag aufwändig klingen, ist aber eine Investition in einen zukunftsfähigen und pflegeleichteren Garten. Die Kosten variieren je nach Grösse und Zugänglichkeit, aber die Arbeit lohnt sich, um Bussgelder zu vermeiden und den Wert des Grundstücks ökologisch aufzuwerten.

Ihr Plan zum Rückbau eines illegalen Schottergartens

  1. Steine und Vlies entfernen: Tragen Sie die gesamte Kiesschicht sowie das darunterliegende Unkrautvlies restlos ab. Entsorgen Sie die Materialien fachgerecht.
  2. Boden tiefgründig lockern: Der oft jahrelang verdichtete Boden muss mit einer Grabegabel oder einem Spaten tiefgründig gelockert werden, um die Belüftung und Wasserdurchlässigkeit wiederherzustellen.
  3. Kompost zur Bodenverbesserung: Arbeiten Sie mindestens 7 Liter reifen Kompost pro Quadratmeter in die oberste Bodenschicht ein, um das Bodenleben zu reaktivieren und Nährstoffe bereitzustellen.
  4. Bodenaktivator einsetzen: Bei stark ausgelaugten Böden kann ein biologischer Bodenaktivator helfen, Mikroorganismen schneller wieder anzusiedeln.
  5. Neu bepflanzen und mulchen: Setzen Sie nun die standortgerechten Stauden ein und bedecken Sie die offene Erde anschliessend mit einer mineralischen Mulchschicht (Kies/Splitt, 8-16 mm Körnung).

Warum ist eine Kiesauffahrt der beste, unsichtbare Einbruchschutz?

Eine Kiesauffahrt ist weit mehr als nur eine optisch ansprechende Alternative zu Pflaster oder Asphalt. Sie bietet einen oft übersehenen, aber äusserst wirksamen Vorteil: einen akustischen Einbruchschutz. Das unverkennbare Knirschen von Kies unter den Füssen oder Reifen eines Fahrzeugs ist unmöglich zu unterdrücken. Jeder, der sich dem Haus nähert, kündigt seine Anwesenheit laut und deutlich an. Dieses simple Geräusch wirkt auf potenzielle Einbrecher, die auf Heimlichkeit angewiesen sind, stark abschreckend.

Doch die funktionalen Vorteile enden hier nicht. Im Zeitalter zunehmender Starkregenereignisse ist eine fachgerecht angelegte Kiesauffahrt eine vorbildliche Lösung für das Wassermanagement auf dem eigenen Grundstück. Im Gegensatz zu versiegelten Flächen lässt sie Regenwasser direkt an Ort und Stelle versickern. Dies entlastet die kommunale Kanalisation und reduziert das Risiko lokaler Überschwemmungen. Die Verbraucherzentrale NRW betont in ihrem Ratgeber zur Starkregenvorsorge genau diesen doppelten Nutzen: „Eine fachgerecht angelegte Kiesauffahrt schützt nicht nur vor Einbrechern, sondern auch vor lokalen Überschwemmungen durch ihre Versickerungsleistung.“

Moderne, versickerungsfähige Kiesauffahrt mit Kieswaben-System vor einem deutschen Wohnhaus bei Abendlicht

Um die nötige Stabilität für Fahrzeuge zu gewährleisten und Spurrillen zu vermeiden, ist der Einsatz von Kieswaben oder Kiesgittern unerlässlich. Diese Waben aus recyceltem Kunststoff werden auf einem vorbereiteten Unterbau verlegt und anschliessend mit Kies gefüllt. Sie halten die Steine an Ort und Stelle und schaffen eine hochbelastbare, aber dennoch vollständig wasserdurchlässige Oberfläche. So verbindet die moderne Kiesauffahrt auf ideale Weise Sicherheit, ökologische Verantwortung und eine anspruchsvolle, funktionale Ästhetik.

Warum ist Kiesmulch für Präriestauden besser als Rindenmulch?

Die Wahl der richtigen Mulchschicht ist für den Erfolg eines pflegeleichten Staudenbeetes entscheidend. Während Rindenmulch in vielen Gärten der Standard ist, stellt er für trockenheitsliebende Prärie- und Steppenpflanzen oft die falsche Wahl dar. Der Grund liegt in den unterschiedlichen ökologischen Eigenschaften. Rindenmulch zersetzt sich langsam, entzieht dem Boden dabei Stickstoff und reichert ihn mit Humus an. Dies schafft ein nährstoffreiches und feuchtes Milieu, das für Waldrandpflanzen ideal ist, aber für Sonnenanbeter wie Lavendel, Salbei oder Steppenkerzen Fäulnis am Wurzelhals begünstigt.

Hier spielt Kies- oder Splittmulch seine Stärken aus. Als mineralischer Mulch ist er langlebig und zersetzt sich nicht. Er schafft eine trockene Oberfläche um den empfindlichen Wurzelhals der Pflanzen und verhindert so Fäulnis. Gleichzeitig reduziert er die Verdunstung von Wasser aus dem Boden und hält ihn darunter gleichmässig feucht. Ein weiterer Vorteil ist die Langlebigkeit: während Rindenmulch alle zwei bis drei Jahre ersetzt werden muss, hält eine einmal aufgebrachte Schicht Kiesmulch praktisch ein Leben lang.

Wissenschaftlich untermauert wird dieser Ansatz durch Forschungen wie dem Sand-Substrat-System der LWG Veitshöchheim. Bei dieser Methode wird ein mageres Sand-Kompost-Gemisch als Pflanzsubstrat verwendet und mit einer 8-16 mm dicken Kiesmulch-Schicht abgedeckt. Dieses System imitiert die natürlichen Bedingungen von Prärielandschaften perfekt und schafft optimale Wachstumsbedingungen für trockenheitstolerante Stauden bei minimalem Pflegeaufwand. Die Kombination aus magerem Substrat und mineralischem Mulch ist der Schlüssel zu einem dauerhaft funktionierenden, artenreichen und schönen Präriegarten.

Sand oder Epoxidharz: Welche Fuge verhindert Unkraut bei Naturstein dauerhaft?

Die Fugen einer Terrasse oder eines Weges aus Naturstein sind oft die Achillesferse bei der Unkrautbekämpfung. Viele greifen daher zu vermeintlich dauerhaften Lösungen wie Fugenmörteln auf Epoxidharzbasis. Diese versprechen eine komplett geschlossene, unkrautfreie Oberfläche. Doch dieser vermeintliche Vorteil birgt erhebliche rechtliche und praktische Nachteile. Eine mit Epoxidharz vollversiegelte Fuge macht die gesamte Fläche wasserundurchlässig. In den meisten deutschen Gemeinden ist eine solche vollständige Versiegelung von Flächen wie Terrassen oder Wegen genehmigungspflichtig oder sogar unzulässig, da sie die Grundwasserneubildung verhindert und bei Starkregen den Abfluss verschärft.

Zudem ist die Reparatur extrem aufwändig. Eine einzelne beschädigte Platte kann nicht einfach ausgetauscht werden. Wie der NABU warnt, führt ein späterer Rückbau zu Bauschutt, der als teurer Sondermüll entsorgt werden muss. Eine bessere Alternative sind wasserdurchlässige Kunstharzmörtel, die eine gewisse Versickerung zulassen und meist zulässig sind. Die ökologisch und rechtlich sicherste sowie flexibelste Lösung ist jedoch die klassische, offene Fuge, die mit Sand oder feinem Splitt (2-5 mm) gefüllt wird. Sie gewährleistet eine maximale Versickerungsleistung und ist einfach zu pflegen und zu reparieren.

Für eine ästhetische und lebendige Fuge bieten sich zudem spezielle Fugenkräuter wie Polster-Thymian an. Sie sind extrem trittfest, unterdrücken unerwünschte Wildkräuter und schaffen einen duftenden, grünen Teppich zwischen den Steinen. Die folgende Übersicht vergleicht die gängigsten Fugenmaterialien hinsichtlich ihrer rechtlichen und praktischen Eigenschaften.

Fugenmaterialien im Vergleich – Rechtslage und Praxis in Deutschland
Fugenmaterial Versiegelungsgrad Rechtliche Einordnung Reparaturfähigkeit
Epoxidharz Vollversiegelt Genehmigungspflichtig/unzulässig Sehr aufwändig
Wasserdurchlässiger Kunstharzmörtel Teilversiegelt Meist zulässig Mittel
Sand/Splitt (2-5mm) Versickerungsoffen Immer zulässig Einfach
Fugenkräuter (Thymian) Vollständig offen Ökologisch optimal Selbstregenerierend

Das Wichtigste in Kürze

  • Legalität durch Bepflanzung: Ein Schottergarten ist illegal, wenn er den Boden versiegelt. Ein bepflanzter Kiesgarten, der Wasser durchlässt, ist hingegen legal und erwünscht.
  • Verzicht auf Unkrautvlies: Vlies verhindert die Versickerung und wird zur Wurzel-Falle. Eine dicke Schicht Kiesmulch auf offenem Boden ist die bessere und legale Lösung.
  • Standortgerechte Pflanzenauswahl: Der Schlüssel zum Erfolg sind trockenheitstolerante Stauden, die an karge Bedingungen angepasst sind und ohne viel Pflege auskommen.

Welche Stauden überleben den „Präriesommer“ in Deutschland ohne Giessen?

Die zunehmend heissen und trockenen Sommer in Deutschland stellen Gärten vor neue Herausforderungen. Pflanzen, die früher zuverlässig wuchsen, benötigen nun intensive Bewässerung. Die Lösung liegt in der intelligenten Auswahl von „Klimawandel-Gewinnern“ – Stauden, die von Natur aus an Trockenheit und Hitze angepasst sind. Diese Pflanzen, oft aus Prärie- oder Steppenregionen stammend, etablieren tiefe Wurzelsysteme, um Wasser aus tieferen Bodenschichten zu ziehen, und besitzen oft silbrige oder behaarte Blätter, um die Verdunstung zu minimieren.

Das deutsche Staudensichtungs-Netzwerk testet seit Jahren Sorten auf ihre Trockenheitstoleranz unter realen Bedingungen. Mit „exzellent“ bewertete Arten wie die Goldhaar-Aster (Aster linosyris), die Kleinblütige Bergminze (Calamintha nepeta) oder die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) haben sich über mehrere Trockensommer ohne zusätzliche Bewässerung bewährt. Wichtig ist jedoch: Selbst diese Überlebenskünstler benötigen im ersten Jahr nach der Pflanzung regelmässige Wassergaben, um ein tiefes Wurzelnetz zu etablieren. Danach sind sie weitgehend sich als selbstversorgend.

Die optimale Auswahl hängt auch von der jeweiligen Region in Deutschland ab. In den sandigen, trockenen Böden Brandenburgs gedeihen andere Arten besser als im milden Weinbauklima Badens. Eine standortgerechte Auswahl ist der Garant für einen dauerhaft schönen und pflegearmen Garten, der ohne ständiges Giessen auskommt. Die folgende Liste gibt eine Auswahl bewährter trockenheitstoleranter Stauden, sortiert nach deutschen Klimaregionen:

  • Trockener Osten (z.B. Brandenburg): Schaf-Schwingel (Festuca ovina), Haar-Pfriemengras (Stipa capillata), diverse Fetthennen-Arten (Sedum).
  • Mildes Weinbauklima (z.B. Baden): Echter Lavendel (Lavandula angustifolia), Blauraute (Perovskia), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa).
  • Norddeutschland: Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), Sonnenhut (Rudbeckia).
  • Süddeutschland: Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis), Katzenminze (Nepeta × faassenii).
  • Allgemein bewährte Arten für ganz Deutschland: Goldhaar-Aster (Aster linosyris), Flachblättrige Mannstreu (Eryngium planum), Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon).

Mit der richtigen Pflanzenauswahl wird Ihr Garten nicht nur rechtssicher und pflegeleicht, sondern auch zu einem widerstandsfähigen Paradies, das den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen ist.

Indem Sie die Prinzipien des lebendigen Kiesgartens anwenden – Verzicht auf Vlies, eine ausreichende Bepflanzung und die Auswahl standortgerechter, trockenheitstoleranter Stauden – verwandeln Sie eine potenzielle Problemfläche in eine wertvolle, ästhetische und vollkommen legale Gartenoase. Beginnen Sie noch heute damit, Ihren Garten zukunftssicher zu gestalten.

Häufige Fragen zum Thema Ist Ihre Kiesfläche legal oder droht ein Rückbau wegen des Schottergarten-Verbots?

Muss ich Präriestauden im ersten Jahr giessen?

Ja, selbst die trockenheitstolerantesten Stauden benötigen im ersten Jahr in Deutschland regelmässige Bewässerung. Dies ist entscheidend, damit sie ein tiefes und weit verzweigtes Wurzelsystem etablieren können, das sie in den Folgejahren unabhängig von zusätzlicher Bewässerung macht.

Welche Pflanzabstände sind bei Präriestauden optimal?

Für eine dynamische und naturnahe Optik empfehlen deutsche Sichtungsgärten eine gestufte Pflanzung. Als Faustregel gilt: Leitstauden (die höchsten Pflanzen) mit 60-80 cm Abstand, Begleitstauden (mittlere Höhe) mit 40-50 cm Abstand und füllende Bodendecker mit 25-30 cm Abstand.

Wann ist der beste Pflanzzeitpunkt für trockenheitstolerante Stauden?

Der ideale Pflanzzeitpunkt ist der Herbst (September bis Oktober). Der Boden ist noch warm, was das Wurzelwachstum anregt, und die Winterfeuchtigkeit hilft den Pflanzen, sich bis zum Frühjahr gut zu etablieren. So starten sie mit einem Wachstumsvorsprung in die erste Trockenperiode.

Geschrieben von Julia Wagner, Freie Landschaftsarchitektin (BDLA) und Gärtnermeisterin mit Fokus auf naturnahe Gärten, Klimaanpassung und Regenwassermanagement. Sie plant seit 10 Jahren private und öffentliche Grünflächen.