Veröffentlicht am Mai 21, 2024

Zusammenfassend:

  • Die wahre Erweiterung des Wohnraums entsteht nicht durch Dekoration, sondern durch die architektonische Auflösung der Grenze zwischen innen und außen.
  • Ein Kaltwintergarten oder ein Lamellendach verlängert die Nutzungsdauer um Monate und fungiert als Klimapuffer.
  • Die Ausrichtung der Terrasse sollte sich nach Ihrer persönlichen Nutzungs-Choreografie (z.B. Morgen- oder Abendsonne) richten, nicht stur nach Süden.
  • Ein durchdachtes Lichtkonzept und die Planung funktionaler Achsen (z.B. Kochen) sind entscheidend, um Wohnzimmer-Atmosphäre zu schaffen.
  • Beachten Sie unbedingt die Baugenehmigungsvorschriften Ihres Bundeslandes, bevor Sie mit dem Bau beginnen.

Die Sehnsucht nach einem Leben, das sich nahtlos zwischen drinnen und draußen abspielt, ist tief in uns verankert. Viele Hausbesitzer versuchen, diesen Traum mit bequemen Loungemöbeln, Outdoor-Teppichen und stimmungsvollen Lichterketten zu verwirklichen. Doch oft bleibt die Terrasse ein Fremdkörper – ein angebauter, hübsch dekorierter Bereich, der nur bei perfektem Wetter wirklich zum Verweilen einlädt. Die gefühlte Grenze des Wohnzimmers endet weiterhin an der Terrassentür.

Was aber, wenn der Schlüssel zur ganzjährigen Nutzung nicht in der Dekoration, sondern in der Architektur selbst liegt? Als Landschaftsarchitekt betrachte ich Haus und Garten als eine untrennbare Einheit, ein Raumkontinuum. Die wahre Magie entsteht, wenn die physischen, visuellen und funktionalen Barrieren zwischen Innen- und Außenraum gezielt aufgelöst werden. Es geht darum, die Terrasse nicht als Anhang, sondern als integralen Bestandteil des Wohnbereichs zu konzipieren, der Ihre nutzbare Fläche für mehr als die Hälfte des Jahres erweitert, ohne dass Sie einen teuren, gemauerten Anbau benötigen.

Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden architektonischen und planerischen Schritte. Wir werden beleuchten, wie Sie durch intelligente Überdachungen, schwellenlose Übergänge und eine durchdachte Planung von Licht und Funktion ein echtes zweites Wohnzimmer unter freiem Himmel schaffen – einen Ort, der von Mai bis in den goldenen Oktober hinein zum Lebensmittelpunkt Ihrer Familie wird.

Warum verlängert ein Kaltwintergarten Ihre Gartensaison um 3 Monate?

Ein Kaltwintergarten ist weit mehr als eine einfache Terrassenüberdachung. Er ist ein architektonisches Bindeglied, ein sogenannter Klimapuffer zwischen dem beheizten Innenraum und dem ungeschützten Außenbereich. Diese nicht isolierte Glas-Konstruktion schützt vor Wind und Regen und fängt selbst die schwache Frühlings- und Herbstsonne ein, wodurch ein geschützter Raum entsteht, der die Gartensaison im Frühjahr um Wochen vorverlegt und bis weit in den Oktober hinein verlängert. Sie können bereits im März Ihren ersten Kaffee „draußen“ genießen, während es draußen noch stürmt, und im Herbst lange nach Sonnenuntergang bei einem Glas Wein sitzen.

Finanziell stellt der Kaltwintergarten eine attraktive Alternative zum voll isolierten Warmwintergarten dar. Während ein Warmwintergarten schnell die Kosten eines Kleinwagens übersteigt, sind die Investitionen für einen Kaltwintergarten deutlich überschaubarer. Eine aktuelle Marktanalyse zeigt, dass die Kosten für einen Kaltwintergarten meist zwischen 7.000 und 25.000 Euro liegen, wobei kleine Modelle bereits für unter 10.000 Euro realisierbar sind. Dies macht ihn zur idealen Lösung für Hausbesitzer, die ihre Wohnfläche spürbar erweitern wollen, ohne die Baukosten eines vollwertigen Anbaus zu tragen.

Der Bau muss zudem nicht in einem Schritt erfolgen. Viele Systeme sind modular aufgebaut, sodass Sie mit einer Grundkonstruktion beginnen und diese schrittweise mit Glasschiebeelementen oder Seitenwänden erweitern können. So wächst Ihr zweites Wohnzimmer mit Ihrem Budget und Ihren Bedürfnissen. Auch wenn ein Kaltwintergarten oft genehmigungsfrei ist, sollten Sie die lokalen Vorschriften prüfen, da diese von Bundesland zu Bundesland variieren.

Wie schaffen Sie einen schwellenlosen Übergang vom Wohnzimmer auf die Terrasse?

Der psychologisch wichtigste Schritt zur Schaffung eines einheitlichen Wohnraums ist die Auflösung der physischen und visuellen Grenze an der Terrassentür. Ein schwellenloser Übergang ist hier das architektonische Schlüsselkonzept. Er beseitigt nicht nur eine Stolperfalle, sondern signalisiert dem Unterbewusstsein, dass der Raum hier nicht endet, sondern fließend weitergeht. Das Ziel ist die Schaffung eines echten Raumkontinuums, bei dem Wohnzimmer und Terrasse optisch und haptisch verschmelzen.

Das wirkungsvollste Mittel hierfür sind bodentiefe, großflächige Glasfronten, idealerweise als Schiebe- oder Faltelemente, die sich im Sommer vollständig öffnen lassen. Dadurch wird die Wand quasi unsichtbar. Um diesen Effekt zu maximieren, sollten Sie den Bodenbelag des Wohnzimmers optisch auf der Terrasse fortführen. Verwenden Sie Fliesen in derselben Farbe und demselben Format oder Holzarten, deren Farbton und Maserung aufeinander abgestimmt sind. Diese durchgehende Bodenfläche zieht das Auge nach draußen und vergrößert den Innenraum optisch erheblich.

Nahtloser Übergang zwischen Wohnzimmer und Terrasse mit bodentiefen Glasschiebetüren, die den Innen- und Außenbereich optisch verbinden.

Wie dieser Ansatz in der Praxis funktioniert, zeigt eine Analyse von Wohnkonzepten, die auf die Erweiterung des Wohnraums abzielen. Die visuelle Verbindung ist hierbei entscheidend.

Praxisbeispiel: Die optische Verschmelzung

Eine Studie über die Wirkung von architektonischen Elementen hebt hervor, dass große Fenster und Terrassen-Schiebetüren entscheidend sind, damit eine Terrasse als Verlängerung des Wohnzimmers fungiert. Die Empfehlung lautet, Fenster ohne Sprossen und Schiebetüren zu wählen, die die Grenze zwischen dem Innenraum und dem Garten effektiv verwischen. Die visuelle Einheit von Bodenbelägen innen und außen verstärkt diesen Effekt und schafft ein Gefühl von Weite und Offenheit, das einen Raum größer und einladender wirken lässt.

Denken Sie daran: Jedes Element, das eine visuelle Barriere darstellt – sei es eine Stufe, ein anderer Bodenbelag oder ein klobiger Türrahmen – unterbricht diesen Fluss. Die Investition in einen nahtlosen Übergang ist eine Investition in das tägliche Gefühl von Großzügigkeit und Freiheit in Ihrem Zuhause.

Gemauerte Außenküche oder mobiler Grill: Was passt zu Ihrem Kochverhalten?

Wenn die Terrasse zum zweiten Wohnzimmer wird, verlagern sich auch zentrale Lebensfunktionen nach draußen. Das Kochen ist eine davon. Die Entscheidung zwischen einer fest installierten Außenküche und einem mobilen Grill ist daher keine rein ästhetische, sondern eine strategische. Sie definiert die funktionalen Achsen zwischen Innen- und Außenbereich und sollte sich an Ihrem tatsächlichen Koch- und Sozialverhalten orientieren. Fragen Sie sich: Sind Sie der spontane Griller, der bei gutem Wetter schnell ein paar Würstchen auflegt, oder zelebrieren Sie das Kochen im Freien als gesellschaftliches Ereignis mit Freunden?

Ein mobiler Grill bietet maximale Flexibilität. Sie können ihn je nach Sonnenstand und Windrichtung positionieren und im Winter platzsparend verstauen. Er ist die perfekte Lösung für kleinere Terrassen und für Nutzer, die hauptsächlich direkt grillen und die Vorbereitungen in der Innenküche treffen. Der logistische Aufwand bleibt jedoch bestehen: Zutaten, Geschirr und Getränke müssen ständig zwischen drinnen und draußen transportiert werden.

Eine gemauerte Außenküche hingegen ist ein Statement. Sie macht die Terrasse zu einem autarken Lebensraum. Mit integriertem Spülbecken, Arbeitsflächen und Stauraum entfällt das ständige Pendeln. Der Gastgeber bleibt im Zentrum des Geschehens und muss seine Gäste nicht verlassen, um in der Küche zu hantieren. Dies fördert eine ganz andere, kommunikativere Form der Geselligkeit. Allerdings ist der finanzielle und planerische Aufwand ungleich höher. Laut Angaben deutscher Fachbetriebe liegen die Kosten für hochwertige Outdoor-Küchen bei 3.000 bis 5.500 Euro pro Quadratmeter inklusive Installation. Zudem kann, je nach Größe und Bundesland, eine Baugenehmigung erforderlich sein.

Das Risiko der Überhitzung, wenn Sie Ihr Gartenzimmer nach Süden ohne Beschattung bauen

Eine nach Süden ausgerichtete Terrasse oder ein verglastes Gartenzimmer verspricht maximale Sonnenausbeute – ein Segen im Frühling und Herbst. Im Hochsommer kann sich dieser Segen jedoch schnell in einen Fluch verwandeln. Ohne eine durchdachte Beschattung und Belüftung wird jede Glasfläche zur Hitzefalle und macht den Aufenthalt im Freien unerträglich. Dieses Phänomen ist eine direkte Folge des Treibhauseffekts: Kurzwellige Sonnenstrahlung dringt durch das Glas ein, erwärmt Böden, Wände und Möbel. Diese geben die Energie als langwellige Wärmestrahlung wieder ab, die jedoch nicht mehr durch das Glas entweichen kann. Die Temperatur steigt rapide an.

Die Konsequenz ist ein Raum, der genau dann unbenutzbar wird, wenn man ihn am meisten nutzen möchte – an heißen Sommertagen. Die gefühlte Temperatur kann in einem ungeschützten Kaltwintergarten leicht über 50 °C klettern. Dies schadet nicht nur dem Wohlbefinden, sondern auch den Pflanzen und kann sogar empfindliche Bodenbeläge oder Möbel beschädigen. Die Planung einer effektiven Beschattung ist daher kein optionales Extra, sondern ein integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts.

Mögliche Lösungen reichen von außenliegenden Markisen über Sonnensegel bis hin zu intelligenten Lamellendächern. Außenliegende Systeme sind dabei stets effektiver als innenliegende, da sie die Sonnenstrahlen abfangen, bevor diese das Glas durchdringen und ihre Energie in Wärme umwandeln können. Genauso wichtig ist eine funktionierende Querlüftung. Öffnungen an gegenüberliegenden Seiten oder im Dachbereich ermöglichen es der aufgestauten heißen Luft, nach oben zu entweichen und durch kühlere Luft ersetzt zu werden (Konvektion). Eine Terrasse, die zum Wohnraum werden soll, muss zu jeder Jahreszeit ein Ort des Komforts sein – und das schließt den Hitzeschutz zwingend mit ein.

Wann setzen Sie warmes Licht ein, um Wohnzimmer-Atmosphäre draußen zu schaffen?

Licht ist der vielleicht mächtigste Faktor, um Emotionen und Atmosphäre zu erzeugen. Während Tageslicht die physische Verbindung zwischen Innen und Außen schafft, ist es die künstliche Beleuchtung, die nach Sonnenuntergang das Gefühl eines zweiten Wohnzimmers erst wirklich entstehen lässt. Der häufigste Fehler ist eine einzige, grelle Lichtquelle, die die Terrasse ausleuchtet wie einen Sportplatz. Das Geheimnis einer wohnlichen Atmosphäre liegt in einer durchdachten Lichtarchitektur, die auf mehreren Schichten basiert und vor allem warmes Licht einsetzt.

Warmes Licht mit einer Farbtemperatur von unter 3.000 Kelvin (K) ähnelt dem Schein von Kerzen oder einem Kaminfeuer und wird vom Menschen als gemütlich und entspannend empfunden. Kaltes, bläuliches Licht (über 4.000 K) wirkt hingegen aktivierend und steril – ideal für einen Arbeitsplatz, aber kontraproduktiv für einen Ort der Erholung. Setzen Sie warmes Licht also immer dann ein, wenn es um die Schaffung von Ambiente geht. Ein weiterer, oft unterschätzter Vorteil: Untersuchungen zeigen, dass Farbtemperaturen unter 3.000 Kelvin die Anlockung von Insekten um bis zu 70% reduzieren.

Stimmungsvolle Terrassenbeleuchtung mit verschiedenen warmen Lichtquellen, die in der Abenddämmerung eine gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre schaffen.

Eine effektive Lichtplanung kombiniert drei Ebenen:

  • Grundbeleuchtung: Eine diffuse, dimmbare Allgemeinbeleuchtung, z.B. durch LED-Spots in der Überdachung, sorgt für Orientierung (ca. 3.000 K).
  • Funktionslicht: Gezieltes, etwas helleres Licht dort, wo es gebraucht wird, etwa über dem Esstisch oder am Grill (ca. 3.000 – 4.000 K).
  • Akzentlicht: Das wichtigste Element für die Atmosphäre. Indirekte Lichtquellen wie LED-Strips unter Sitzbänken, Spots, die eine schöne Pflanze oder eine Natursteinmauer anstrahlen, schaffen Tiefe, Kontraste und magische Momente (ca. 2.700 K).

Wichtig ist zudem, im Außenbereich stets auf Leuchten mit der passenden Schutzklasse (mindestens IP44 für spritzwassergeschützte Bereiche) zu achten.

Wie senken verstellbare Lamellen die Temperatur auf der Terrasse um bis zu 5 Grad?

Ein Lamellendach ist die technologisch fortschrittlichste Lösung für die Überdachung einer Terrasse. Es kombiniert den Schutz einer festen Überdachung mit der Flexibilität einer Markise und bietet eine unübertroffene Kontrolle über Sonne, Schatten und Belüftung. Der entscheidende Mechanismus, der zur spürbaren Abkühlung beiträgt, ist die Nutzung des physikalischen Prinzips der Konvektion.

An einem heißen Tag staut sich die von der Sonne erwärmte Luft unter jeder Art von Überdachung. Während diese Hitze unter einem geschlossenen Glas- oder Polycarbonatdach gefangen bleibt, ermöglichen die verstellbaren Lamellen eine intelligente Luftzirkulation. Indem Sie die Lamellen leicht schräg stellen, schaffen Sie eine Öffnung am höchsten Punkt der Überdachung. Da warme Luft leichter ist als kalte, steigt sie auf und kann durch diesen Spalt entweichen. Gleichzeitig strömt von den Seiten kühlere Luft nach. Dieser ständige Luftaustausch verhindert einen Hitzestau und erzeugt eine sanfte, kühlende Brise. Dieser Effekt kann die gefühlte Temperatur auf der Terrasse um mehrere Grad senken und sorgt auch an heißen Tagen für ein angenehmes Klima.

Praxisbeispiel: Die Physik der Lamellenkühlung

Fachanalysen zur Terrassengestaltung bestätigen diesen Effekt. Eine südlich ausgerichtete Terrassenüberdachung mit verstellbaren Lamellen nutzt die Konvektion gezielt aus: Die spezielle Stellung der Lamellen lässt die von der Sonne erhitzte Luft nach oben entweichen und erzeugt dadurch eine natürliche, kühlende Luftzirkulation. Im Gegensatz zu einer Markise, unter der sich die Hitze staut, arbeitet ein Lamellendach aktiv daran, ein komfortables Mikroklima zu schaffen.

Darüber hinaus bieten Lamellendächer den Vorteil, dass sie bei leichtem Regen geschlossen werden können und so einen vollwertigen Regenschutz bieten – eine Funktion, die ein Sonnensegel oder eine Markise nicht leisten kann. Sie sind die ultimative Lösung für alle, die ihre Terrasse bei nahezu jedem Wetter nutzen und dabei stets die volle Kontrolle über ihr Umgebungsklima behalten möchten. Diese Vielseitigkeit macht sie zu einem Schlüsselelement bei der Transformation der Terrasse in einen ganzjährig nutzbaren Lebensraum.

Warum sollten Sie Ihr Sonnendeck nicht stur nach Süden, sondern nach der Nutzungszeit ausrichten?

Die landläufige Meinung besagt, eine Terrasse müsse nach Süden ausgerichtet sein, um maximale Sonne zu garantieren. Aus der Perspektive eines Landschaftsarchitekten ist dieser Ansatz jedoch zu kurz gedacht. Er ignoriert den wichtigsten Faktor: Sie, den Nutzer. Die optimale Ausrichtung einer Terrasse richtet sich nicht nach dem Kompass, sondern nach Ihrer persönlichen Nutzungs-Choreografie – also danach, wann und wie Sie Ihren Außenbereich im Alltag leben möchten.

Analysieren Sie Ihren Tagesablauf und Ihre Vorlieben. Gehören Sie zu den Menschen, die den Tag gerne mit einem Kaffee in den ersten wärmenden Strahlen beginnen? Dann ist eine Ost-Terrasse ideal, die die milde Morgensonne einfängt und im Hochsommer bereits am Nachmittag willkommenen Schatten spendet. Sind Sie eher der „Feierabend-Entspanner“, der nach einem langen Arbeitstag die letzten Sonnenstrahlen bei einem Glas Wein genießen möchte? Dann ist eine West-Terrasse die perfekte Wahl, die in die goldene Abendsonne getaucht ist.

Eine reine Süd-Terrasse bietet zwar die meiste Sonnenenergie über den Tag, kann aber im Hochsommer, wie bereits diskutiert, zur Herausforderung werden und erfordert zwingend eine effektive Beschattung. Für Familien, die die Terrasse hauptsächlich am Wochenende zum ausgiebigen Sonnenbaden nutzen, kann sie dennoch die richtige Wahl sein. Oft ist die beste Lösung eine Kombination, zum Beispiel eine L-förmige Terrasse, die sowohl nach Süden als auch nach Westen ausgerichtet ist und so unterschiedliche Zonen für verschiedene Tageszeiten und Bedürfnisse bietet.

  • Ost-Ausrichtung: Ideal für Frühstücker und Morgenmenschen. Kühler am Nachmittag.
  • Süd-Ausrichtung: Maximale Sonne den ganzen Tag. Erfordert exzellenten Sonnenschutz.
  • West-Ausrichtung: Perfekt für die Abendsonne und den Feierabend. Kann sich am späten Nachmittag stark aufheizen.
  • Nord-Ausrichtung: Bietet gleichmäßiges, kühles Licht und ist ideal für heiße Tage. Ein perfekter Ort zum Arbeiten oder Lesen im Freien.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grenzen auflösen: Der Kern der Verwandlung liegt in der architektonischen Verschmelzung von Innen und Außen durch schwellenlose Übergänge und einheitliche Materialien.
  • Klima managen: Die ganzjährige Nutzbarkeit hängt von intelligentem Klima-Management ab – durch Klimapuffer wie Kaltwintergärten und aktive Kühlung durch Lamellendächer.
  • Nutzung choreografieren: Planen Sie den Raum nicht nach dem Kompass, sondern nach den realen Bewegungen und Bedürfnissen Ihrer Familie im Tages- und Jahresverlauf.

Brauchen Sie für Ihre Pergola eine Baugenehmigung in Ihrem Bundesland?

Nachdem die kreative Planung abgeschlossen ist, wartet oft eine unliebsame, aber unerlässliche Hürde: der deutsche Behördendschungel. Die Frage, ob eine Terrassenüberdachung, Pergola oder ein Kaltwintergarten eine Baugenehmigung benötigt, lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Das Baurecht ist in Deutschland Ländersache, was bedeutet, dass jedes der 16 Bundesländer seine eigene Landesbauordnung (LBO) mit unterschiedlichen Vorschriften hat. Die Missachtung dieser Vorschriften kann im schlimmsten Fall zu einer Bußgeldforderung und der Anordnung zum Rückbau führen.

Generell gilt: Kleinere, unbedeutende Bauvorhaben sind oft verfahrensfrei. Die entscheidenden Kriterien sind dabei meist die Grundfläche in Quadratmetern und/oder der umbaute Raum in Kubikmetern. Doch selbst die Definitionen dieser Freigrenzen variieren stark. Während in Bayern beispielsweise Bauten bis zu 30 m³ umbauten Raums oft genehmigungsfrei sind, orientiert sich Nordrhein-Westfalen an einer Grundfläche von 30 m² bei einer maximalen Tiefe von 4,5 m. Es ist daher absolut entscheidend, dass Sie sich vor Baubeginn über die spezifischen Regelungen in Ihrem Bundesland informieren.

Die folgende Tabelle gibt einen groben Überblick über die Regelungen in ausgewählten Bundesländern, kann aber eine offizielle Anfrage beim lokalen Bauamt nicht ersetzen. Die Daten verdeutlichen, wie wichtig eine genaue Prüfung ist, wie eine Analyse der Baugenehmigungen für Terrassenüberdachungen zeigt.

Baugenehmigung Terrassenüberdachung nach Bundesland (Auszug)
Bundesland Verfahrensfrei bis Grenzabstand Besonderheiten
Bayern 30 m³ umbauter Raum 3 m Firsthöhe max. 3 m
NRW 30 m² Grundfläche 2 m Tiefe max. 4,5 m
Baden-Württemberg 30 m² 2,5 m Höhe max. 3 m
Niedersachsen 40 m² 3 m Nur im Innenbereich

Unabhängig von der Genehmigungspflicht müssen Sie immer auch das Nachbarschaftsrecht beachten, insbesondere die Einhaltung von Grenzabständen. Eine frühzeitige und transparente Kommunikation mit Ihren Nachbarn kann viele spätere Konflikte vermeiden.

Ihr Fahrplan zur Genehmigungsklärung

  1. Landesbauordnung prüfen: Rufen Sie die aktuelle Landesbauordnung (LBO) Ihres Bundeslandes online ab und suchen Sie nach den Stichworten „Terrassenüberdachung“ oder „verfahrensfreie Bauvorhaben“.
  2. Lokales Bauamt kontaktieren: Nehmen Sie telefonisch oder persönlich Kontakt mit dem für Sie zuständigen Bauamt auf. Dies ist der sicherste Weg, um eine verbindliche Auskunft zu erhalten.
  3. Unterlagen vorbereiten: Halten Sie für die Anfrage die wichtigsten Daten bereit: einen einfachen Lageplan des Grundstücks, die geplanten Maße (Länge, Breite, Höhe) und die Art der Konstruktion.
  4. Bauvoranfrage stellen: Für absolute Sicherheit können Sie eine schriftliche Bauvoranfrage einreichen. Dies ist zwar mit einer Gebühr (meist 50-200 €) verbunden, gibt Ihnen aber rechtliche Gewissheit.
  5. Nachbarn informieren: Sprechen Sie frühzeitig mit Ihren direkten Nachbarn über Ihr Vorhaben, auch wenn Sie die Grenzabstände einhalten. Eine schriftliche Zustimmung kann Gold wert sein.

Häufige Fragen zu Wie gestalten Sie Ihre Terrasse so, dass sie von Mai bis Oktober als zweites Wohnzimmer dient?

Wie oft darf ich auf meiner Terrasse grillen?

Es gibt keine bundesweit einheitliche gesetzliche Regelung. Gerichte haben jedoch in verschiedenen Urteilen Richtwerte festgelegt. Als angemessen gilt oft ein- bis zweimaliges Grillen pro Monat auf Balkon oder Terrasse, solange die Nachbarn nicht wesentlich durch Rauch belästigt werden. Eine Vorankündigung ist immer eine gute Idee.

Welcher Mindestabstand zur Grundstücksgrenze ist einzuhalten?

Auch hier gibt es keine pauschale Vorschrift, aber als Faustregel gilt: Für fest installierte Grillplätze oder gemauerte Außenküchen wird in der Regel ein Mindestabstand von 3 Metern zur Grundstücksgrenze gefordert. Bei mobilen Grills wird ein Abstand von mindestens 2 Metern empfohlen, um Rauchbelästigung zu minimieren.

Brauche ich eine Genehmigung für eine gemauerte Außenküche?

Das hängt von der Größe und den Vorschriften Ihres Bundeslandes ab. Kleinere Bauten sind oft genehmigungsfrei. Eine Baugenehmigung kann jedoch erforderlich werden, sobald ein bestimmtes Volumen (oft über 3 m³ umbauter Raum) überschritten wird oder feste Anschlüsse für Wasser und Strom gelegt werden. Eine Anfrage beim lokalen Bauamt schafft hier Klarheit.

Geschrieben von Andreas Müller, Landschaftsarchitekt und Sachverständiger für Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau). Spezialist für Terrassenbau, Entwässerung und Lärmschutz im Außenbereich.